Die Jahre 1965 bis 1969 - Anfangsjahre

Die Gründung - 28. Dezember 1965

Rückblick eines Gründungsmitgliedes zum 25 Jahr Jubiläum (Auszug)

Eigentlich begann es viel früher. An einem trostlosen Sonntag des Jahres 1960 schaltete ich in meiner Heimatstadt Linz das Radio an: „Sportvorschau...um 14 Uhr beginnt der Länderkampf im Säbelfechten zwischen Ungarn und Österreich in der Halle XY...“.

Ohne je etwas von dieser Sportart gehört zu haben, entschloss ich mich, mir diesen Länderkampf anzusehen. Beeindruckt von diesem Erlebnis, erzählte ich am Montag meinen Stiftenkollegen davon. Ich staunte nicht schlecht, als mir mein Oberstift Werner Vrabic erklärte, er fechte schon seit geraumer Zeit.

Es dauerte dann auch nicht lange und er nahm mich mit ins Training. Obwohl die Methoden noch ganz anders waren als heute – ein halbes Jahr Beinarbeit ohne je eine Waffe in die Hand zu bekommen – war ich hell begeistert. Ein dummer Skiunfall setzte meiner dazumal dreijährigen Fechtlaufbahn jedoch ein unfreiwilliges Ende.

Im April 1964 kam ich endgültig in die Schweiz – nach Küssnacht. Wiederum war mein Erstaunen gross, als ich in einer Ecke der Wohnung meines damaligen Chefs und bis heute gebliebenen Freundes Poldi Mantz, ein Florett stehen sah.

Das kam so: Jahre zuvor wollte Poldi mit einigen Kollegen einen Trip nach Paris unternehmen. Endstation war aber leider schon in Zürich. Neben anderen Angeboten dieser Stadt, reizte sie auch die Anschaffung einer Fechtausrüstung – hatten doch alle schon den einen oder anderen Musketierfilm gesehen. Bald war das Geld aufgebraucht und man trat gezwungenermassen die Heimreise an. In der Folge blieb auch das Fechten auf der Strecke.

Poldi war jedoch schnell wieder zu begeistern, als ich ihm eröffnete, das Fechten von A bis Z erlernt zu haben. Eilig trommelte er einige Gleichgesinnte – darunter auch ein paar ehemalige Parisreisende – zusammen, und ich begann, den Musketieren die moderne Fechtkunst beizubringen.

Als Trainingspiste diente uns der Steinboden in einem Gang des Dorfhalde-Schulhauses. Es dauerte nicht lange bis wir erkannten, dass es so nicht weitergehen konnte. Die Trainingsmöglichkeiten mussten verbessert werden, sowohl hinsichtlich des Lokals als auch des Trainers.

Wieder ein „Zufall“ führte uns zu Marcus Leyrer, Mitglied der österreichischen Nationalmannschaft und Olympiateilnehmer 1964 in Tokio. Spontan erklärte Marcus sich bereit, das Amt des Trainers bei der kleinen Schar fechtbegeisterter Küssnachter zu übernehmen.

Nun folge Schlag auf Schlag. Am 28. Dezember 1965 wurde die Fechtgesellschaft Küssnacht (FGK) gegründet. Dem Vorstand gehörten damals an: Poldi Mantz (Präsident), Georges Moser (Technischer Leiter), Dorli Christen (Sekretärin), Erwin Horlacher (Kassier) und Armin Truttmann (Beisitzer). Eine intensive Mitgliederwerbung setzte ein. Bald war ein Bestand von zirka 20, meist jugendlichen Fechtern erreicht. ....  Georges Moser († 17.11.2004)

Gründungsmitglieder v.l.n.r.: Leopold Mantz, (Hardi Stocker, Zug), Erwin Horlacher, Georges Moser, Armin Truttman. Es fehlt auf diesem Foto Dorli Christen.